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Urlaub in Kanada

Urlaub in Kanda

Im Sommer 2006 flogen wir zum erstenmal mit einem Hund in den Urlaub, genauer gesagt nach Nova Scotia in Kanada. Wir wohnten mitten im Wald und doch direkt am Meer, mit Kanu und Feuerstelle und weit und breit kein Auto. Ein Paradies f├╝r uns alle, aber besonders f├╝r unsere Tochter Leah und unsere H├╝ndin Cindy.
Gleich von Beginn an, entdeckte unser Hund das Umfeld, sprang und h├╝pfte wie ein K├Ąnguruh durch die Gegend und ihre Ausfl├╝ge wurden immer l├Ąnger und der Umkreis immer gr├Â├čer. H├Âren? Schon nach ein paar Tagen war es ersichtlich, dass unser Hund verwildete und das es ihr m├Ąchtig Spa├č machte. Am liebsten war Cindy mit am Strand, dort mochte sie es zwar nicht, wenn die Wellen sie ├╝berraschten, doch der Geruch des Meeres mit allem was da herum lag, den liebte sie. Seetang! Frischer Seetang zog sie an wie ein Magnet! Unser Hund war st├Ąndig am Fressen von Seetang, leeren Hummerscheren und Krebsh├╝llen. Das nat├╝rlich von dem salzigen Zeug man auch noch m├Ąchtig Durst bekommt, war uns ja klar. Woher soll der Hund das aber auch wissen, und zu allem ├ťberfluss soff sie auch noch k├╝belweise Meerwasser.

Alles Schimpfen hat nichts genutzt. Nun gut, ich dachte mir, da muss sie nun durch. Das das mich auch noch betrifft, das war mir aber nicht klar. Ich glaube, so nach dem dritten Ausflug am Meer, hat unsere Cindy ihren Magen anscheinend doch ma├člos ├╝berstrapaziert. Sie war schon recht komisch im Auto, bis wir an unserem Haus war, hing sofort an ihrem Wassernapf, und lag einfach sehr matt in der Gegend rum. Jeder kann sich nat├╝rlich erinnern, wenn man an sich selbst merkt, oh, oh, der Magen kommt hoch. Die erste Portion Wasser und etwas Seetang kam an der Terrasse hoch. Nun gut, das kleine bisschen, dachte ich noch. Einen Eimer Wasser und das Ganze war weggeschwemmt. Erledigt, dachte ich noch, aber bestimmt nicht unser Hund. Sie ging dann ganz gem├╝tlich zu mir in die K├╝che, schaute mich an und hat mir ihre Magenladung Seetang, Krebsschalen und Meerwasser und das in einer sch├Ânen schleimigen Verbindung, in der K├╝che direkt vor die F├╝├če gekotzt. Igitt!
Und das war auch noch so eklig lauwarm. Pfui Teufel, das schleimige Zeug weg zu putzen, war ja nicht unbedingt meine Lieblingsarbeit. Ich scheuchte Cindy raus, welch ein Gl├╝ck, den es ging vor der Haust├╝re noch weiter. Den restlichen Tag sah Cindy wirklich unter ihrem Fell krank aus.
Zumindestens war sie lernf├Ąhig, nun wurde Seetang und das Fischzeug nur noch in kleinen Portionen gefressen. Mochte sie die Wellen am Strand nicht so gerne, hatte sie mit Wasser am See vor unserem Haus gar kein Problem. Sie ging bis zum Bauch hinein, und tauchte mit dem Kopf unter, allein schon wenn sie einen Krebs entdeckt. Und prustete und schnaufte wie ein Walross. Das sah richtig zum Lachen aus. Sie verstand nur nicht, warum sie an Land bei den Gro├čeltern von Leah bleiben sollte, w├Ąhrend der Rest im Kanu davon paddelte. Sie rannte ununterbrochen am Ufer mit, h├╝pfte ins Wasser, bis man sie dann ins Kanu nahm. Dort stand sie dann wie ein alter Indianer ganz ruhig im Kanu und lie├č sich paddeln. Wie Kinder und junge Hunde zusammen passen, haben wir wirklich in Kanada erlebt. In den ganzen vier Wochen, welche wir da waren, hat die Leah niemals irgendwelche Freunde vermisst, denn sie hatte ihre beste Freundin mit dabei, und die machte alles mit.