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Diagnose -Akute Alkoholvergiftung-

Nun ist es ja allgemein bekannt, dass der IT verfressen ist; aber dass er sich bis zum Umfallen überfrisst – das ist uns mit unserer Hündin Niamh passiert.
Als Niamh Welpen bekam, haben wir immer aufgepasst, was sie sich in unserem sehr großen Obstgarten so zum Fressen zusammensucht, damit die Welpen keinen Durchfall bekommen.
Als die Welpen drei Wochen alt waren, reiften im Garten große gelbe Renecloden und Zwetschgen und wir mussten ständig aufpassen, dass sie nicht zuviel davon erwischte. Am Freitag, in dieser Woche wurde unsere Hündin etwas seltsam. Sie wollte nur noch gestreichelt werden, schlich einem ständig um die Füße und hatte einen ganz trüben Blick. Nun dachten wir, es käme davon, dass sie acht Welpen hatte und trotz mehrfachem Futter sehr ausgemergelt war. Am nächsten Tag, dem Samstag, wurde es noch schlimmer. Mein Mann fand, dass unser Hund etwas hatte. „Die wirkt nicht normal“, sagte er. „Das ist nicht mein Hund“, meinte er immer wieder. Komischerweise hatte das ihrem Appetit keinen Abbruch getan. Sie haute sich trotz allem ihren Bauch voll. Seltsamerweise hatte sie die ganze Zeit Durst, wo sie sonst sehr wenig Wasser zusätzlich zu ihrem Futter trank. Spät am Nachmittag fing sie an zu schwanken, sie legte ständig ihren Kopf auf die Stühle. Jetzt waren wir schon besorgter um sie, weil wir einfach nicht wussten, was los war. Abends um 9 Uhr fing sie an zu schnaufen, als ob sie keine Luft mehr bekäme und ihr rutschten hinten die Füße weg. „O Gott“, sagten wir, „sie hat bestimmt Eklampsie“, obwohl sie jeden Tag ihr Ampulle Kalzium bekam. Abends um 9 Uhr riefen wir unsere Tierärztin an und mussten sofort in die Praxis.

Niamh

Als wir in der Praxis ankamen, schwankte Niamh schwer herum. Nach der Untersuchung sagte die Tierärztin zu uns, sie sei sich nicht sicher, was es ist, der Hund könnte aber durchaus in der Nacht noch sterben. Wir waren im Moment so geschockt und mussten erst einmal kräftig schlucken. Unsere Hündin stirbt und wir haben acht Babies zu Hause. „Jetzt mit Untersuchungen anzufangen hieße kostbare Zeit zu verlieren“, sagte die Ärztin zu uns. „Sie müssen sofort in die Tierklinik!“ Wir sind sofort weiter nach Augsburg in die Klinik gefahren. Interessanterweise ließ unsere Niamh während der ganzen Fahrt nach Augsburg eine Duftwolke nach der anderen. Seltsam! In der Tierklinik war unser Hund bereits nicht mehr in der Lage zu stehen, und wir mussten sie zu zweit auf dem Behandlungstisch halten. Sie wäre nämlich kopfüber runtergeplumst. Zuallererst wurde sie geröngt, und während wir auf die Aufnahmen warteten, wurde sie untersucht. Die Bombe platzte, als die Aufnahmen fertig waren.
Der Magen sei total überfüllt und der Darm voll mit Gasen. Der übergroße Magen drücke auf alle anderen Organe, auch auf die Lunge, dadurch bekäme sie keine Luft. Im Klartext: Unsere Hündin sei stockbesoffen, überfressen mit irgendwelchen Früchten. Trotz der Tatsache, dass es ihr nicht gut ging, waren wir erleichtert.. Nun wollten sie mit einem Kontrastmittel testen, ob der Magen/Darm durchlässig sei. Dies bewies unsere Hündin sofort, indem sie einen Riesenhaufen in die Praxis setzte. Ihr Kot roch verdächtig nach Most! Als nächstes musste ihr Magen entleert werden, sie bekam eine Spritze, und wir durften jetzt hinausgehen; das war aber leider leichter gesagt wie getan, denn unsere Niamh konnte sich nur noch mit Mühe auf den Füßen halten, aber gerade gehen konnte sie nicht mehr. Sie plumste mehr oder weniger von einer Ecke in die andere. Als nächstes entleerte sich ihre Blase, und der Duft von gärendem Most stieg uns in die Nase. Als die Spritze wirkte und sie sich immer wieder übergeben musste, tat sie uns schrecklich leid. Sie musste soviel erbrechen, dass sie in einer Riesenpfütze aus Erbrochenem stand. - Gelbe Pflaumen und Zwetschgen – Leider hatte sie noch soviel Alkohol im Blut, dass sie erst an den Tropf musste, weil ihr Zustand noch bedenklich war. Sie zitterte und wirkte ganz eingefallen, und sie musste über Nacht zur Beobachtung in Augsburg bleiben. So sind wir halt nachts um 1 Uhr zuhause angekommen und haben alle acht Welpen mit einer kleinen Spritze und Kunstmilch gefüttert.
Um 2 Uhr sind wir dann ins Bett, um gleich den Wecker wieder auf 6 Uhr zu stellen für die nächste Ration, dasselbe wieder nach 4 Stunden. Mittags kam dann der Anruf aus der Klinik, dass Niamh wieder fit sei und ihren Rausch ausgeschlafen hätte. Also fuhren wir wieder nach Augsburg und holten sie ab. Wenn man jetzt glaubte, sie hätte aus der Geschichte gelernt – ja von wegen! Zuerst wurde ihre Mittagsportion verdrückt, und keine 10 Minuten später, als sie draußen war – man glaubt es kaum – fraß sie doch wieder Zwetschgen!!!! Dass es ihr so schlecht ging, hat sie in keinster Weise mit den Zwetschgen und Renecloden in Verbindung gebracht! Von diesem Augenblick, bis zum Ende der Erntezeit der Früchte haben wir jeden Tag alles zusammengerecht, damit sie nichts mehr erwischen konnte! Eine Woche später kam die Rechnung für ihren Vollrausch: 353,49 DM. Ein teurer Rausch! Na, Prosit!!